"Wir sin die Lalli, uns kenne alli, un mir sin in Härdere deheim!"

Die älteste Freiburger Narrenzunft stellt sich vor.

Die wohl älteste Gruppe, die nach alemannischem Vorbild die bäuerliche Fasnachtstradition wieder aufleben ließ, erblickte im Jahre 1930 das närrische Licht der Welt. In jenem Jahr fand sich im Freiburger Stadtteil Herdern, einem ehemals selbständigen Winzerdorf vor den Toren der Stadt, eine Gruppe junger Männer zusammen, die beschlossen, eine Narrenzunft zu gründen und über die "Fünfte Jahreszeit" gemeinsam nach altem Brauch aufzutreten. Als Narrenhäs wählten sie eine bäuerliche Tracht mit Zipfelkappe und Trachtenhütchen, engen schwarzen Hosen und rotem Schilee mit großen Knöpfen. Bei ihren öffentlichen Auftritten führten sie allerlei närrischen Requisiten, wie Schnapsguddere, Dubackspfiffe, Buureveschper und Rägeschirm mit sich. Sie wählten als Namen für ihre Gruppe den alemannischen Ausdruck "Lalli", wie man einen proletenhaften ungehobelten Kerl bezeichnet, der seine lose Zunge nicht im Zaum halten kann. So kommt auch der Ausdruck "Lalli" von lallen oder "Lälli", wie in unserer Gegend im mundartlichen Gebrauch die Zunge genannt wird.

Getreu ihrem Zunftspruch:

"Humor zuvor, frei von Zoten, an die Politik mit sauberen Pfoten, Religion aus dem Spiele, altes Brauchtum zum Ziele, Freudenquell uns sei, die edle Narretei!"

wollen die Lalli auch für die nächsten 1000 Jahre närrisch gerüstet sein.